7.02.2011

240-Liter “Low-tech” von Torsten Schneyer

Torstens Becken, Gesamtansicht Eine erste Beckenvorstellung eines Seewasserparadies-Kunden. Torsten Schneyer stellt sein einfaches, aber gelungenes Becken vor:

“2008 habe ich den Einstieg in die Meerwasseraquaristik gewagt und das Seewasserparadies ist für mich -rückblickend betrachtet- nach wie vor der Referenzladen im Rhein-Maingebiet.

Mein erstes Becken, daß ich hier kurz vorstellen will, habe ich dort anfertigen lassen. Grundsatz für mein mittelgroßes Becken sollte sein: Alles so sicher und einfach wie möglich, keine unnötige Automatisierung und keine komplizierten, aufwändigen Bohrungen, Verrohrungen und auch so wenig Automatisierung wie möglich. Nicht, dass mir das zu hoch gewesen wäre, aber es war mir zu teuer und ich bin ein Fan einfacher Lösungen.

Auch wohne ich im zweiten Stockwerk eines über hundert Jahre alten Gründerzeitaltbaus. Das bedeutet einen vergleichsweise schwachen Boden, so dass die geschätzten 300 Kg, die mein 240-Liter-Becken inklusive der Aufbauten und des Schrankes wiegt, die absolute Obergrenze darstellen. Dazu kommt eine leichte Neigung des Bodens nach links, so dass ich einen Unterschied des Wasserstandes von ganzen 6 mm habe. Da das beim alten Becken jahrelang gut ging und meiner Meinung nach auch viel zu viel Panik um das Thema gemacht wird, nahm ich diesen Umstand einfach hin. Leider bedeutete sowohl das Platz- als auch das Gewichtsproblem, dass ein Technikbecken von vornherein ausgeschlossen war. Bei näherer Betrachtung der Materie erschien mir ein solches aber auch nicht nötig, denn ich entschied mich für das „Berliner System“: Viel Lebendgestein, einen einfachen Abschäumer …und das sollte es dann auch schon sein an Planscherei. Beim Glas kam ich an das einzige Thema, bei dem ich niemals an der Qualität gespart hätte, denn ein Glasbruch wäre für mich die Katastrophe schlechthin.

Ich bestellte das Becken als Sonderanfertigung in 8 mm Glasdicke beim Seewasserparadies in Stockstadt und ließ einen gläsernen Technikschacht von 20×15 cm einbauen. Dieser zieht Wasser über einen Ablaufkamm, welches durch eine kleine, am Boden des Schachtes befindliche Oceanrunner durch ein U-Rohr wieder nach draußen gepustet wird. Damit der Schacht nicht aus Versehen trockenfallen kann, hat er an der Unterkante zum Beckenboden hin einen 1 cm breiten Spalt. In diesem Schacht schäumt ein gebraucht erworbener Aquamedic Midiflotor, ein einfacher Gegenstromabschäumer mit Lindenholzausströmer. Das ganze stellte ich auf den alten Aquarienunterschrank meines Süßwasserbeckens, pinselte die Rückseite mit Dispersionsfarbe blau an und lagerte die Luftpumpe des Abschäumers unten auf ein gefaltetes Handttuch. Sie läuft nahezu geräuschlos. Mit Licht und Strömung soll man bekanntermaßen niemals geizen, hier habe ich mich zwar ebenfalls finanziell nicht überhoben, aber zumindest auf Quantität geachtet.

Über das Becken hängte ich zuerst eine ATI Sunpower mit neuen 4×54 Watt T5-Röhren, inzwischen strahlt dort eine LED-Eigenbau. Als Strömungspumpe wählte ich die damals von der Mehrheit der Aquarianergemeinde noch mistrauisch beäugte Resun Wavemaker, ein italienisches Billigprodukt, welches aber durch seine drei intervallgesteuerten Geschwindigkeiten ein sehr abwechslungsreiches Ströumungsbild erzeugt und damit ein unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis bietet. Um für den Riffaufbau eine Basis zu haben, ließ ich mir vom Seewasserparadies aus totem Riffgestein und Korallensand zwei kleine Riffsäulen mit Höhlen und eine Verkleidung für den Technikschacht anfertigen. Mit diesem vergleichsweise bescheidenen, aber sehr sicheren und leicht zu kontrollierendem Setup sollte mir der Start glücken.”

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